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Kirchengaden Bullenheim: Ferienwohnungen im Denkmal aus dem Spätmittelalter

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Bullenheim 53
97258 Ippesheim OT Bullenheim

Telefon (0911 ) 96 61 92
Telefax (0911 ) 96 61 194

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Homepage: www.bullenheim.com

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"Die Liebe zu historischen Bauwerken und die Herausforderung, mit eigenem Einsatz und Mitteln den Erhalt eines bedeutenden kulturhistorischen Ensembles zu ermöglichen" – dies war für die Nürnberger Architektin Cornelia Köberlein die Motivation zur Sanierung der drei Bullenheimer Kirchengaden. Eher zufällig war sie bei einem Besuch in einer Nachbargemeinde auf diese Renovierungsobjekt aufmerksam geworden, um dessen Erhaltung sich das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege über einen längeren Zeitraum bemüht hatte. Mit dem Abschluss der aufwändigen Restaurierungsarbeiten im Frühjahr 2011 wurde die historisch wertvolle Bausubstanz aus dem Spätmittelalter erhalten und der kleinen Häuser der Kirchenburganlage einem neuen Verwendungszweck zugeführt: Sie werden jetzt als Ferienimmobilien genutzt. Eine doppelte Bereicherung also für die Gemeinde.

 

Im späten Mittelalter wurden um die Simultankirche St. Leonhard Keller gegraben. Sie dienten der Aufbewahrung von Vorräten. Die Keller wurden dann mit einer Verteidigungsanlage überbaut und diese in der Folge mit weiteren Einbauten (Gaden) versehen, die in Notzeiten als Stall, Schutz und Aufenthaltsräume der sich verteidigenden Bevölkerung dienten. Nach dem Wegfall der Bedrohungslage erfuhr das Ensemble eine Nutzungsänderung und ein Kirchengade wurde als Armenhaus verwendet, die anderen Gebäude erfuhren Nutzungen als Weinkeller und als Lager für landwirtschaftliche Bedürfnisse. Bei steigendem Wohlstand und höheren Wohnansprüchen wurde das Armenhaus entbehrlich, die zunehmende Automatisierung in Landwirtschaft und Tiererzeugung entzog bei den anderen Gaden die Nutzungsbasis. Da der ländliche Raum zunehmend als Erholungsraum entwickelt wird, lag es für Cornelia Köberlein nahe, den nächsten Schritt im Lebenszyklus dieser historisch wertvollen Gebäude zu vollziehen.

 

So entstand die Idee, die Kirchengadenanlage in Bullenheim zu drei Ferienimmobilien fortzuentwickeln. Die Kleinteiligkeit des Ensembles in romantischer Umgebung verbunden mit der Weinkultur, dem sensationellen kulturhistorischen Umfeld (seit der Jungsteinzeit) und attraktiven Freizeitangeboten in der Umgebung bilden den Horizont für eine weitere Zukunft der Bullenheimer Kirchengaden. Durch die Sanierung und Restaurierung wurden die Gebäude in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder hergestellt. Dabei wurden die neuzeitlichen Anbauten rückgebaut und die historischen Kellerhälse wieder freigelegt, so dass die ursprüngliche Dimensionierung der Anlage wieder sichtbar ist.

 

Im einzelnen: Die stellenweise erhaltenen historischen Biberschwanzziegel wurden behutsam entfernt, aussortiert und wieder neu eingedeckt. Für die restlichen Dachflächen wurden über die Zimmereifirma Hartmann aus Nenzenheim historische Ziegel aufgekauft und mit diesen die vorhandenen Lücken geschlossen. So konnten alle Dächer neu mit alten Ziegeln gedeckt werden. Da an den Gaden B und C keine Originalputze mehr vorhanden waren, wurde der Putzbefund des Gadens A auch für die Gaden B und C verwendet. Die vorhandenen historischen Fenster wurden von der Schreinerei Schwarz aus Wiesentheid sorgfältig zu Kastenfenstern umgearbeitet. Die Bauherrin kaufte über Antiquitäten- und Trödelhändler für die restlichen Fensteröffnungen alte Fenster auf, die dann ebenfalls zu Kastenfenster umgearbeitet und in den Gaden A, B und C verbaut wurden.

 

In diesen Fenstern sind teilweise die Originalverglasungen erhalten. Die beiden in Gaden A erhalten Innentüren aus der Bauzeit des Gebäudes wurden behutsam gangbar gemacht. Die zwei neuen Innentüren in dem Gaden wurden an das historische Vorbild angepasst. Die Schlagläden wurden nach dem Vorbild der noch an dem Gebäude A teilweise erhaltenen Läden ergänzt. Die neuen Läden wurden durch den Restaurator Holger Penner farblich dem Altbestand angepasst und in den drei Gaden eingebaut. Generell wurden in allen drei Gaden sämtliche vorhandenen historischen Innen- und Außenputze und Fassungen gesichert und überputzt. Offene Fugen im Bereich der Wehrmauer und der Kellergewölbe wurden neu verbandelt. Im Außenbereich wurde die Maßnahme mit dem Einsatz eines historischen Muschelkalk- bzw. Sandsteinpflasters und dem Einbau eines schmiedeeisernen Zauns fortgesetzt. Die Denkmalpfleger bewerten die Maßnahme als beispielgebend und vorbildlich.

 

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